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Kerstin "Tweety" Krämer -
Was für ein reizendes, charmantes Wesen! So der spontane Eindruck. Bis man mit Tweetys fatalem Hang zu harten Drinks, strammen Brasil-
Vieleicht wäre alles anders gekommen, wenn dieses durch militantes Bahnenschwimmen und Stöckchenweitwurf beim Hundegassi gestärkte Nachtschattengewächs in großstädtischer Nonchalance aufgewachsen wäre. So aber musste unser ohnehin für seine Bockigkeit berüchtigter Piepmatz vehement gegen eine rustikale Sozialisierung in Quierschied rebellieren, wobei sich seine Liebe zur Bohème erst nach relativ brav absolvierter Pubertät Bahn brach. Mit süßen 16 aber machte Kerstin richtig Theater und tönte ihr Haar rot. Dem Aufstand der Großinquisitoren und ihren Rufen nach Hexenverbrennung begegnete sie mit aufrechter Körperhaltung und hüllte sich fortan nur noch in fröhliches Schwarz.
Unter negativem männlichem Einfluss nahm nach der Matura die Musik die Oberhand. Die Vielbegabte vernachlässigte Schauspielerei und Zeichenstift, forderte universitäre "Leerkräfte" heraus und machte im zarten Alter von 23 Lenzen der armen stimmbildenden Kraft Ingrid Niegel von der Städtischen Musikschule Saarbrücken das Leben schwer: Italienische Arien intonierte Tweety mit zwar erfreulich glutvollem Mezzo, leider aber auch mit hartnäckig bluesiger Phrasierung. Dieses Faible für's erdig Authentische sollte dann zwei Jahre später ihr Saxofon-
Weniger Erfolg zeitigte ihr, zugegeben bescheidener, beruflicher Ehrgeiz: Ihre nicht unerheblichen literarischen Talente vergeudet unsere Frontfrau meist als Zeilenmagd fürs Kulturressort des saarländischen Intelligenzblattes und sorgte auch schon als Pressechefin eines merkwürdigen deutsch-
Auswüchse ihrer multiplen Persönlichkeit finden sich unter anderem hier: Die kleine Texterei
Was seine Stimme und Gesangskünste (wer hat da jetzt gelacht?!!!) betrifft, durfte unser Singvögelchen sich schon der abenteuerlichsten Vergleiche erfreuen:
Sie klinge, so befand man, wie Grace Slick von The Jefferson Airplane (... staun ...), Eva Cassidy (wow!), Esther Ofarim (Exstase!) und -
Letzteres war, wie man auf unsere Bassbariton-
In der Summe legt das den Schluss nahe, dass Tweety schlicht original wie Kerstin klingt.
Apropos Vergleiche: Mehrere ältere Damen schrammten schon knapp am Herzinfarkt vorbei, weil sie unseren Kanari visuell für die Re"inkanarition" der großen Alexandra hielten.
Dazu Kerstin: "Ich fühle mich außerordentlich geehrt, aber ich bin's nicht. Und nun entschuldigt mich bitte -
Seeehnsucht!